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Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Doemens

Herr Dr. Gloßner, welche Auswirkungen hatte die Pandemie auf die Doemens Akademie?
Dr. Werner Gloßner: Bisher, ich klopfe hier gerne auf Holz, ist Doemens in gesundheitlicher Hinsicht fast nicht von Corona-Einschlägen betroffen. Das heißt, wir hatten bis auf einen schnell zu lösenden Fall vor Weihnachten weder bei den Mitarbeitern noch bei den Studierenden oder Seminarteilnehmern positive Corona-Fälle. Da gehört natürlich Glück dazu, spricht aber auch für unser konsequent umgesetztes Hygienekonzept.

In wirtschaftlicher Hinsicht hingegen …
Dr. Gloßner: … sind wir in Teilbereichen durch die Corona-Pandemie sehr stark betroffen. Während die längerfristigen Aus- und Weiterbildungen unverändert gut laufen und auch die Neu-Anmeldungen auf dem „Vor-Corona-Niveau“ sind, sorgen zeitweise Seminar- oder Zutrittsverbote in den Betrieben für Umsatzausfälle.

Welche Einschränkungen hat die Corona-Pandemie auf die Akademie, in der Präsenzunterricht eigentlich unabdingbar ist?
Dr. Gloßner: In den Bereichen, in denen Webinare Sinn machen, setzen wir so weit als möglich auf Lernformen über das Internet. Da haben wir aufgrund unserer mehr als 15-jährigen Webinar-Erfahrung gute Konzepte, eigene Plattformen, das funktioniert gut und stabil. Aber es gibt Lerninhalte mit einem deutlich praktischen Bezug und hier stoßen wir mit dem digitalen Lernen an Grenzen.

Dazu gehören viele fachpraktische Inhalte, beispielsweise der richtige Umgang mit einem Mikroskop. Dazu gehört aber auch der weite Bereich der Sensorik: Es ist einfach ein Unterschied, ob man ein einfaches Tasting verschiedener Biere über das Internet organisiert, oder ob man eine gezielte Sensorik-Schulung durchführt.

Hier stoßen wir aber auf großes Verständnis, denn nicht nur unsere Teilnehmer, sondern auch wir von Doemens, haben einen hohen Qualitätsanspruch an unsere Ausbildungen. Wir werden ganz bestimmt nicht alles auf Biegen und Brechen per Webinar machen, nur um Seminare oder Schulungen irgendwie „durchzuknüppeln“, damit am Ende ein Zertifikat überreicht werden kann.

Welche Lösungen bietet die Akademie nun an?
Dr. Gloßner: Dort, wo möglich, teilen wir Ausbildungen auf in theoretische Module, die wir dann in Webinarform durchführen, und in Präsenz-Module. Beispielsweise haben wir unseren Grundlehrgang Getränkeschankanlagen in dieser Hybrid-Form mit großer Resonanz und Akzeptanz durchgeführt.

Natürlich schieben wir jetzt einige Termine von Präsenz-Modulen vor uns her, denn leider bestimmen nicht nur wir oder die Teilnehmer, ob und wann Weiterbildungen in Präsenz stattfinden, sondern der staatliche Verordnungsgeber. Wir sind am Jonglieren mit den Terminen, aber nach wie vor zuversichtlich, dass wir alles in einem vernünftigen Rhythmus abwickeln können. Nach der alljährlichen Sommerpause werden wir hoffentlich mit unserem Seminarangebot durchstarten.

Den Unterricht bei den Schulklassen konnten Sie problemlos auf digital umstellen?
Dr. Gloßner: Ja! Wie vorhin erläutert, hat Doemens schon Anfang der 2000er-Jahre begonnen, Aus- und Weiterbildungen digital anzubieten. Das heißt, wir kennen die Knackpunkte, wissen, wie man Unterrichtsinhalte für das Web umstrukturieren muss und wissen um die Technik, die dahintersteckt.

Dementsprechend standen wir im März 2020 nicht bei null, als wir gefordert waren, die Aus- und Weiterbildungen in der Breite digital abzuhalten. Wir haben unsere Plattformen multipliziert und beispielsweise bis Ende Juli 2020, der Termin für die großen Abschlussprüfungen der Braumeister, rund 700 Webinare gehalten. Geholfen hat, dass gezwungenermaßen auf Teilnehmerseite es innerhalb kurzer Zeit eine extrem hohe Akzeptanz für unsere Webinare gegeben hat.

Waren Prüfungen während der Corona-Pandemie überhaupt möglich?
Dr. Gloßner: Bei uns sind keine Abschlussprüfungen ausgefallen und wir haben, das zeigen die Leistungen im Vergleich zu den Vorjahren, keine Leistungseinbrüche, die Vorbereitungen haben also funktioniert. Natürlich ist uns zugutegekommen, dass ab Mai 2020 zumindest unter Auflagen wieder Präsenzunterricht möglich gewesen ist. Dies gilt auch für Seminare oder kürzere Aus- und Weiterbildungen mit einer Prüfung als Abschluss. Bis November 2020, in einigen Bereichen dann wieder im März 2021, haben wir Seminare mit Prüfungen erfolgreich durchgeführt und wir werden das Schuljahr 2021 für unsere angehenden Braumeister sowie Brau- und Getränketechnologen erfolgreich beenden.

Die Verordnungen für Abschlussklassen helfen dabei?
Dr. Gloßner: Der Verordnungsgeber gibt uns ja mehr Freiheiten bei allen Ausbildungsformen, die mit einem staatlichen Abschluss oder einem Kammerabschluss (HWK/IHK) enden. Diese sogenannten Abschlussklassen dürfen wir seit einiger Zeit bis zu einer relativ hohen Inzidenz vor Ort mit den vorgeschrieben Hygiene- und Abstandskonzepten unterrichten.

Diese Freiheiten gibt uns aber der Verordnungsgeber bei den angebotenen kürzeren Seminaren nicht, das heißt, von den Corona-Einschränkungen sind insbesondere die Seminare betroffen. Wir hoffen auf stabil niedrige Inzidenzwerte, damit wir wieder richtig loslegen können. Anfragen gibt es genug und die Leute wollen auch zu uns kommen und sich weiterbilden!

Das bedeutet, die Nachfrage an Aus- und Weiterbildungen ist da?
Dr Gloßner: Absolut! Die langfristigen Meisterausbildungen (Braumeister, Brau- und Getränketechnologe, Getränkebetriebsmeister, Betriebswirt der Getränkewirtschaft, Industriemeister – Fachrichtung Lebensmittel) sind nicht negativ beeinflusst. Die Voranmeldungen für die kommenden Kursbeginne im Herbst sind auf normalem Niveau. Wir haben auch zahlreiche Anfragen für unsere Seminare, zugegebenermaßen sind die Teilnehmerzahlen reduziert, da es einige Betriebe gibt, die nach wie vor Reiseverbote für ihre Mitarbeiter aussprechen.

Im Herbst können dann die Weiterbildungen aus dem Schul- und Seminarbereich, aber auch aus der Genussakademie dann im Doemens-Neubau durchgeführt werden …
Dr. Gloßner: Richtig, und wir freuen uns schon darauf! Unser Neubau ist die Zukunft von Doemens! Wir gehen fest davon aus, dass wir im Herbst 2021 den Umzug in die neuen Räume angehen werden. Das wird klasse! Es ist absolut positiv, wie der Baufortschritt vonstattengeht. Wir sind im Zeitplan und wir stecken auch schon in den komplexen Umzugsplanungen.

 

 

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